Eine zentrale Hydraulik trägt die Hauptlast und bewegt die Plattform präzise und kraftvoll.
Das technische Konzept: visuelle Wahrnehmung, Bewegung und Fliehkräfte, Sound sowie Abstimmung und Programmierung.
Die meisten am Markt verfügbaren Fahrsimulatoren verfolgen denselben Ansatz: Sie setzen auf Gaming und Racing-Animation in einem beweglichen Sitz bzw. Cockpit. Das Fahrzeug selbst steht nicht im Vordergrund. Häufig wird ein Sitz in einem käfigähnlichen Gestell auf einem hydraulischen System verwendet.
Unser Ansatz ist grundlegend anders: Der Fahrer sitzt in einem echten Supersportwagen. Design, Materialien, Sitzposition, Bedienung und Haptik sind nicht simuliert, sondern real vorhanden. Damit verschiebt sich der Fokus entscheidend – der Fahrer sitzt im echten Sportwagen, und wir machen mit unserem Simulator die Fahrt darin realistisch erlebbar.
Das Erlebnis beginnt mit dem Anblick des Sportwagens. Das Hineinsetzen und das Anschnallen des Renngurts lassen die Emotionen steigen. Spätestens beim Drücken des Startknopfes – wenn der Fahrer den brachialen Motor-Sound hört, der Wagen leicht vibriert und man im Leerlauf mit dem Gas spielt, um den Sound zu genießen – ist der Fahrer begeistert.
Anschließend beginnt die Fahr-Simulation. Sie umfasst drei zentrale Elemente:
Das Ziel ist nicht, ein Autorennen zu simulieren, sondern ein Erlebnis, das sich für den Fahrer möglichst real anfühlt.
Beim Fahren orientiert sich der Mensch primär über das Auge. Wenn die visuelle Darstellung nicht überzeugt, wirkt jede Bewegung künstlich.
Der Fahrer schaut durch die Windschutzscheibe und die Seitenfenster des Sportwagens, genau wie bei einer echten Fahrt. Es gibt keine Rahmen von Bildschirmen zu sehen. Egal, wohin der Fahrer blickt – er sieht nur das, was er sehen soll.
Das Fahrzeug steht direkt vor einer halbkugelförmigen Leinwand, die das Sichtfeld komplett umschließt. Ein auf dem Fahrzeugdach montierter Spezialprojektor (Dome-/Fisheye-Projektionsobjektiv) projiziert ein über 180° großes Bild auf diese Fläche. Dadurch entsteht ein durchgehendes, immersives Sichtfeld ohne harte Übergänge.
Für die Darstellung werden zwei Ansätze verfolgt, die beide angeboten werden sollen:
Animierte Fahrten: Wie bei herkömmlichen Simulatoren werden die Rennstrecken digital animiert und in Echtzeit gesteuert. Hier kann käufliche Software für aktuelle Renn-Simulatoren verwendet werden.
Reale Videoaufnahmen: Echte Fahrten auf öffentlichen Straßen werden mit mehreren Kameras aufgenommen, die auf einer Längsstange auf dem Dach montiert sind. Auf der Leinwand wird das Video in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Lenkung variabel abgespielt. Vorteil ist das reale Bild, Nachteil die beschränkte Beweglichkeit. Letztlich geht es um ein möglichst real wirkendes Erlebnis.
Ein realistisches Fahrerlebnis entsteht nicht durch Optik allein. Entscheidend ist auch das, was der Körper wahrnimmt. Beim Fahren wirken permanent Kräfte auf den Fahrer: Beschleunigung, Bremsen, Kurvenfahrten und Unebenheiten der Straße.
Unser Ansatz basiert auf einer klaren Grundidee: Das gesamte Fahrzeug wird bewegt. Die technische Herausforderung liegt darin, 2–3 Tonnen Gewicht schnell und präzise zu bewegen. Dabei müssen schnelle Beschleunigungen, abrupte Bremsvorgänge und dynamische Kurvenfahrten simuliert werden. Ebenso wichtig sind kurze Impulse wie Bodenwellen sowie feinste Vibrationen. Selbst das Starten des Motors erzeugt ein leichtes, kaum wahrnehmbares Vibrieren – ein Detail, das entscheidend zur Glaubwürdigkeit beiträgt.
Das Fahrzeug steht auf einer stabilen Metallplattform, die alle Bewegungen überträgt. Geplant sind 4–6 DOF (Freiheitsgrade), um realistische Fliehkräfte zu erzeugen. Aktuell werden für die Bewegung der Plattform zwei technische Ansätze verfolgt:
Eine zentrale Hydraulik trägt die Hauptlast und bewegt die Plattform präzise und kraftvoll.
Seilzüge über Winden kippen die Plattform dynamisch in alle vier Richtungen.
Zu beiden Systemen gibt es Überlegungen, Berechnungen und Zeichnungen, die aktuell geprüft werden. Die Herausforderung besteht darin, die relativ schwere Platte relativ schnell zu bewegen und in alle vier Richtungen zu kippen. Die Hauptlast wird durch die zentrale Hydraulik-Konstruktion getragen, die über ein kugelförmiges Gelenk mit der Platte verbunden ist.
Die finale Auswahl erfolgt auf Basis von Dynamik, Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Die Konstruktion muss höchsten Sicherheitsanforderungen genügen und vom TÜV abgenommen werden.
Sound ist ein zentraler Bestandteil des Fahrerlebnisses. Der reale Motorsound wird in allen Drehzahlbereichen aufgenommen, um unterschiedliche Fahrsituationen realistisch abzubilden.
Die Wiedergabe erfolgt über ein hochwertiges Soundsystem – sowohl im Innenraum des Fahrzeugs als auch außerhalb. Neben dem Motorsound werden zusätzliche Geräusche integriert, beispielsweise Bodenwellen, Umgebungssound (z. B. Tunnel) oder quietschende Bremsen.
Alle akustischen Elemente werden präzise mit Bewegung und visueller Darstellung synchronisiert. Das Ziel ist ein Klangbild, das sich für den Fahrer natürlich und real anhört. Latenzen müssen möglichst gering gehalten werden und dürfen nicht wahrnehmbar sein.
Alle Technik-Komponenten – Bild, Bewegung und Ton – müssen einheitlich programmiert und perfekt aufeinander abgestimmt sein.
Es sollen verschiedene Strecken angeboten werden: sowohl animierte Rennstrecken als auch per Videotechnik aufgenommene reale Strecken auf öffentlichen Straßen. Die Rechenleistung muss hoch sein, um in Echtzeit große Datenmengen liefern zu können.
Das reale Fahrgefühl soll im Vordergrund der Konstruktion stehen. So muss zum Beispiel das Lenkrad bei höheren Geschwindigkeiten auch höhere Widerstände aufbringen. Bodenwellen sollen spürbar und hörbar sein – mit unterschiedlichen Intensitäten je nach Größe der Bodenwelle.
Eine normale Fahrt dauert 15 Minuten.